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Saat der Zukunft: Ein weites Feld

Seit Jahren ist die Anwendung der Grünen Gentechnologie gesellschaftlich umstritten. Risiken und Potenziale, die der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen mit sich bringt, werden kontrovers diskutiert.

Gentech-Befürworter sehen vor allem einen Sinn: Die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Schädlinge, Krankheiten, Hitze, Trockenheit oder Kälte so zu verbessern, dass der Ertrag um ein Vielfaches gesteigert wird. So soll zur Bekämpfung des Welthungers beigetragen werden. Während die Bevölkerung von Tag zu Tag wächst, schrumpfen Anbauflächen aufgrund von Veränderungen oder Zerstörung der Umwelt. Außerdem werden viele Flächen nicht nur zur Nahrungsmittelproduktion, sondern auch zur Erzeugung von Bioenergie benötigt.
Dem kann entgegen gehalten werden, dass Gentechnik allein keine Probleme der Armut und des Hungers lösen kann. Die Frage der Verteilung bleibt nach wie vor offen. Außerdem können sich Gentechnik-Forschung nur große Konzerne leisten, die ihre Investitionen über Patente im Welthandel absichern. Das erhöht die Kosten für gentechnisch veränderte Pflanzen und Saatgut erheblich. Hunger und Mangelernährung sind jedoch hauptsächlich eine Folge von Armut. (Gen-Nahrung und Gen-Saat verstärken das Hunger-Problem deshalb eher noch, anstatt es zu bekämpfen.)
Grüne Gentechnik erlaubt eine Veränderung der Inhaltsstoffe in Nahrungspflanzen, wodurch beispielsweise mehr Vitamine oder gesündere Fettsäurezusammensetzungen „eingebaut“ werden und körperlichen Mangelerscheinungen entgegengewirkt werden können.
Kritiker befürchten aber vermehrt Unverträglichkeiten und allergische Reaktionen durch Gen-Lebensmittel. Bisher ist unklar, wie sich der Verzehr gentechnisch veränderter Organismen auf die menschliche Gesundheit auswirkt. Es hat bisher keine Langzeit-Studien gegeben.
Für Landwirte, die keine Gentechnologie einsetzen bedeutet der Anbau von gentechnisch veränderten Organismen in der Nachbarschaft erhebliche Mehrkosten für Analytik und Qualitätssicherung. Zwar gelten Regeln für den Anbau auf Gentechnik-Feldern, wie zum Beispiel das Einhalten eines Mindestabstandes von 150 Metern zu konventionell bewirtschafteten Äckern, doch Pollenflug und Verunreinigungen im Saatgut gefährden einen gentechnikfreien Anbau.
Durch die künstlich in ihr Erbgut integrierte Bakteriengene produzieren manche Pflanzen Insektengift. Unklar ist, ob und wie schnell Schadinsekten dagegen resistent werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass nützliche Insekten unter den Giften leiden.
Umweltschützer befürchten zudem, dass durch den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ältere, einheimische Pflanzenarten verdrängt werden und damit die genetische Vielfalt abnimmt. Da sich die Landwirte weltweit auch auf ihren wirtschaftlichen Erfolg konzentrieren, neigen sie grundsätzlich zum Anbau leistungsfähiger Pflanzensorten. Diese Tendenz könnte durch den vermehrten Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen noch verstärkt werden, wenn diese gegenüber anderen Sorten große Vorteile hätten.
Die ohnehin schon durch Klimawandel und Verschlechterung wichtiger Lebensräume gefährdete Biodiversität könnte dadurch noch mehr verringert werden.


14.7.08 19:14
 



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